Das Potsdamer Abkommen von 1945 hatte festgelegt, dass ein vollständiger Friedensvertrag zum Abschluss des Zweiten Weltkriegs, einschließlich der genauen Abgrenzung der deutschen Nachkriegsgrenzen, “von der Regierung Deutschlands akzeptiert werden muss, wenn eine dafür zweckdienende Regierung gebildet wird”. Die Bundesrepublik hatte stets behauptet, dass keine solche Regierung gegründet worden sei, bis Ost- und Westdeutschland in einem freien demokratischen Staat vereint gewesen sei; 1990 wurde jedoch weiterhin darüber, ob eine vereinigte Bundesrepublik, Ostdeutschland und Berlin zu diesem Zweck “Deutschland als Ganzes” darstellen könnte, beibehalten. Die entscheidende Frage war, ob ein Deutschland, das nach Osten durch die Oder-Neiße-Linie gebunden blieb, als “vereinigtes Deutschland” bei der Unterzeichnung des Friedensvertrages ohne Qualifikation fungieren konnte. Nach dem “Zwei-Plus-Vier-Vertrag” verpflichteten sich sowohl die Bundesrepublik als auch die Demokratische Republik und ihre einheitliche Fortsetzung des Grundsatzes, dass ihre gemeinsamen Grenzen vor 1990 das gesamte Gebiet darstellten, das von einer Regierung Deutschlands beansprucht werden könne, und dass es daher keine weiteren Länderaen außerhalb dieser Grenzen gebe, die Teile Deutschlands als Ganzes seien. Nach der Auflösung der Deutschen Demokratischen Republik am 3. Oktober 1990 wurden alle Planungsprojekte unter dem sozialistischen Regime aufgegeben. [79] Leerstehende Grundstücke, Freiflächen und leere Felder in Ostberlin wurden saniert, zusätzlich zu den bisher von der Mauer belegten Flächen und der dazugehörigen Pufferzone. [76] Viele dieser Standorte befanden sich in zentralen, strategischen Lagen der wiedervereinigten Stadt. [78] Das Grundgesetz,das Grundgesetz, gab zwei Wege zur Vereinigung. Die erste war die Umsetzung einer neuen gesamtdeutschen Verfassung, die durch ein Volksbegehren geschützt wurde. Eigentlich war dies die ursprüngliche Idee des Grundgesetzes im Jahr 1949: Es wurde ein “Grundgesetz” statt einer “Verfassung” genannt, weil es als vorläufig galt. [57] Der zweite Weg war technischer: die Umsetzung der Verfassung im Osten, mit einem Absatz, der ursprünglich für die westdeutschen Bundesländer im Falle einer internen Neuorganisation wie der Fusion zweier Staaten vorgesehen war.

Während diese letztgenannte Option als die praktikabelste gewählt wurde, wurde die erste Option teilweise als Mittel zur Förderung der “inneren Wiedervereinigung” angesehen. [58] “Jetzt liegt es wirklich nur noch an uns”, sagte Wolfgang Weng von der FDP, als er am 20. September 1990 im Bundestag in Bonn ans Rednerpult trat. Die Abgeordneten hatten erfahren, dass in Ost-Berlin gerade eine Mehrheit der Volkskammer der Deutschen Demokratischen Republik dem Einigungsvertrag zugestimmt hatte. Der Vertrag sollte die deutsche Wiedervereinigung besiegeln. Sie wurde am 31. August von den Chefunterhändlern, dem damaligen Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble und dem DDR-Staatssekretär Günther Krause unterzeichnet. Sie könnte nur mit Zustimmung beider Parlamente in Kraft treten. Kurz nach dem Beschluss der Volkskammer stimmte auch der Bundestag für das entsprechende Gesetz. “Mit dieser Abstimmung”, so Bundestagspräsidentin Rita Süssmuth, “hat der Bundestag seine Beratungen über einen Vertrag von einzigartiger Bedeutung für die Zukunft unseres Landes abgeschlossen”.